Materialkunde

Kaltschaummatratzen

Kaltschaummatratzen bestehen aus PUR-Schaum (Polyurethan-Schaum). Eine hochwertige Kaltschaum-Matratze definiert sich über das Raumgewicht und die eingearbeitete Schnitt-Technik bzw. Profilierung. Das Raumgewicht gibt kg/m³ an; je höher das Raumgewicht, umso schwerer ist die Matratze, umso länger hält sie ihre ursprüngliche Form. Die Schnitt-Technik gibt die Zonen-Einteilung vor, wichtig sind neben der Oberflächenprofilierung auch die Schnitt-Technik im Matratzenkern, da erst dadurch eine optimale Anpassung erzielt werden kann. Mehr lesen...

Eine Kaltschaum-Matratze mit einem hohen Raumgewicht und einer anpassungsfähigen Profilierung verfügt über eine hervorragende Punktelastizität und eine hohe Lebensdauer. Ein weiterer Vorteil ist das sehr gute Rückstellungsvermögen des Materials nach jeder Bewegung. Kaltschaum-Matratzen eignen sich gut für Hausstaub-Allergiker.

Ein qualitativ hochwertiger Kaltschaum ist besonders empfehlenswert für Menschen mit starken muskulären Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich. Voraussetzung ist eine sehr nachgiebige Schulterkomfortzone, die nur wenige Modelle aufweisen. Gleichzeitig sollte neben einer weichen Schulterzone die Taille gut gestützt werden, um die Belastung im Lendenwirbelbereich zu reduzieren.

Kaltschaummatratzen unbedingt mit flexiblem Lattenrost kombinieren

Eine Kaltschaummatratze sollte unbedingt mit einem flexiblen und variablen Lattenrost kombiniert werden. Durch die hohe Punktelastizität spürt man genau, ob die Unterkonstruktion (in der Regel ein Lattenrost) den Komfort der Matratze verbessert oder verschlechtert.

Ein Kaltschaum ist kein Visco-elastischer Schaum. Der Visco-elastische Schaum reagiert im Gegensatz zum Kaltschaum auf seine Umgebungstemperatur und ist je nachdem weich oder hart. Ein handelsüblicher Visco-elastischer Schaum hat im Vergleich zum Kaltschaum eine geringe Atmungsaktivität, das Schlafklima ist relativ warm. Ein Kaltschaum hat durch die aufgeschäumte “Bläschenstruktur” eine sehr gute Atmungsaktivität und dementsprechend auch ein neutrales Schlafklima.

Kaltschaummatratzen gibt es wie andere Matratzen in unterschiedlichen Höhen. In der Regel gilt, je höher eine Matratze, um so besser können die Zonen eingearbeitet werden. Das bedeutet aber nicht, dass jede hohe Matratze einen guten Schlafkomfort bietet. Eine Kaltschaummatratze sollte eine Mindesthöhe von 20 cm haben.

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Latexmatratzen

Naturlatexmatratzen unterscheiden sich von Latexmatratzen durch den Anteil an Kautschuk. Eine Naturlatexmatratze besteht hauptsächlich aus Naturkautschuk. Die Matratzen entstehen durch eine starke Erhitzung des Materials und die Einarbeitung von Löchern, dem sogenannten Stiftlatex. Naturlatex hat eine natürliche Anpassungsfähigkeit und ein sehr gutes Rückstellungsvermögen. Eine hochwertige Naturlatexmatratze sollte einen Mindestanteil von 80% Kautschuk aufweisen, um die positiven Eigenschaften auf den Schlafkomfort wirken zu lassen. Nur ein entsprechender Anteil an Kautschuk und Stiftbohrungen ermöglicht ein angenehmes Schlafklima und eine sehr gute Dauerhaltbarkeit. Bei allen Matratzen gilt eine maximale Nutzungsdauer von 10 Jahren. Dann sollte eine Matratze aus hygienischen Gründen ausgetauscht werden. Mehr lesen...

Auch die sogenannten Biomatratzen und Naturmatratzen bestehen zu einem erheblichen Anteil aus Naturlatex. Je nach Modell werden verschiedene Füllmaterialien hinzugefügt, wie etwa Kokosfaser oder Rosshaar. Diese Matratzen bieten ein sehr angenehmes und trockenes Schlafklima. Zu empfehlen sind Naturlatexmatratzen, Biomatratzen und Naturmatratzen allen Schläfern, die viel Wert auf die Verwendung von natürlichen Rohstoffen im Bett legen. Entsprechende Zertifikate über Produktion und Schadstoffprüfungen gibt es bei hochwertigen Herstellern von Naturlatexmatratzen.

Eine gute Naturlatexmatratze ist ebenso wie eine gute Kaltschaummatratze relativ schwer. Das ist in der Regel ein Qualitätsmerkmal und sollte nicht als Nachteil gewertet werden, nur weil die Matratzen schwieriger zu wenden sind. Wer nicht zu schwer heben sollte oder möchte, wählt eine Matratze mit Seitengriffen. Das erleichtert das Wenden der Matratze erheblich.

Auch bei Latexmatratzen ist eine flexible und variable Unterkonstruktion (in der Regel ein Lattenrost) sehr wichtig. Die hohe Anpassungsfähigkeit und Punktelastizität kann nur in Kombination mit einem ebenso anpassungsfähigem Lattenrost optimalen Schlafkomfort bieten. Besonders die Naturmatratzen mit Naturfasern (z.B. Kokosfaser oder Rosshaar) brauchen einen flexiblen Lattenrost für eine ausreichende Belüftung.

In der Regel werden Latexmatratzen mit natürlichen Bezügen kombiniert. Hier findet man Naturfasern wie Baumwolle, Schafschurwolle sowie Kamelhaar und Kaschmir. Auf Wunsch gibt es auch waschbare Bezüge, die meistens mit Polyesterfasern ausgestattet sind. Allergiker sollten auf einen bis 60°C waschbaren Bezug achten.

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Taschenfederkernmatratzen

Taschenfederkernmatratzen gibt es in zahlreichen Varianten.  Die wichtigsten sind neben dem Taschenfederkern, der Tonnentaschenfederkern und der Mikro(-tonnen)taschenfederkern. Die Qualität bemisst sich anhand des verwendeten Stahls und entsprechend eingearbeiteter Zonen, sowie die Verwendung einer hochwertigen Komfortauflage. Taschenfederkernmatratzen haben eine sehr gute Belüftung und ein hohes Federungs- und Rückstellungsverhalten. Mehr lesen...

Wichtig ist die Taschenfederkernmatratzen von den Bonnellfederkernmatratzen zu unterscheiden. Nur die Taschenfederkernmatratzen können punktelastisch und anpassungsfähig hergestellt werden. Jede einzelne Stahlfeder wird in ein “Täschchen” gepackt und ist dadurch beweglich. Je nach Modell werden die einzelnen Federn in der Mitte verklebt oder an der Oberfläche geheftet. Die Schulterkomfortzone wird in der Regel durch die Verwendung von dünneren Federn nachgiebiger, also weicher.

Die Anzahl der Federn ist nicht ausschlaggebend, sondern die Qualität der einzelnen Feder. Das bedeutet, dass eine Matratze mit 1000 Taschenfedern nicht unbedingt besser ist als eine Matratze mit 500 Taschenfedern. Wichtig sind allerdings die unterschiedlichen Zonen, also die Anpassungsfähigkeit der Federn. Diese wird durch die Verwendung einer hochwertigen Komfortauflage optimiert. Die gängigen Materialien für die Komfortauflage sind Kaltschaum, Latex, Visco-elastischer Schaum oder Naturfasern (Schafschurwolle, Kaschmir, Baumwolle, Seide, etc.).

Taschenfederkernmatratzen kennen viele in Zusammenhang mit einem Boxspring-Bett, das traditionell aus 2 aufeinander liegenden Federkernmatratzen besteht. Bei dem System wird auf einen Lattenrost verzichtet. Bei einem Boxspring-Bett sollte unbedingt auf den Inhalt der Untermatratze geachtet werden. Hier gibt es große qualitative Unterschiede, die dem Kunden oft genug verborgen bleiben, da es eine geschlossene Box ist. Beliebt ist das Boxspring-Bett zur Zeit auch aufgrund seiner Komfort-Sitzhöhe. Diese Komfort-Sitzhöhe erfüllt jedoch auch jedes andere hochwertige Schlafsystem mit einem entsprechenden Bettrahmen.

Je nach Modell und Komfortauflage kombiniert man eine Taschenfederkernmatratze wahlweise mit einem Lattenrost oder einer Untermatratze. Besteht eine Komfortauflage hauptsächlich aus Naturfasern, sollte man aufgrund der Verpressung (Naturfasern werden durch die Belastung zusammen gepresst)  eine Untermatratze wählen. Bei anderen Materialien entscheiden die individuellen Bedürfnisse der Kunden an den Liegekomfort.

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Evoporematratzen

Die neueste Entwicklung im Schaumstoffbereich. Das in der Schweiz entwickelte Material nennt sich HRC High Resilience Climate und vereint Kaltschaum- und Schaumstoffkomponenten in sich, die in der Summe eine besonders atmungaktive und leichte Matratze ergeben. Das Material ist besonders unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und hat dadurch über einen langen Zeitraum ein sehr gutes Rückstellungsvermögen. Mehr lesen...

Ähnlich wie bei Kaltschaummatratzen lässt sich auch bei Evoporematratzen eine hohe Raumdichte erzielen und bei Verwendung einer aufwendigen Schnitt-Technik auch eine sehr gute Anpassungsfähigkeit. Evoporematratzen eignen sich besonders für Menschen, die nachts zum Schwitzen neigen. Das Material gibt die Feuchtigkeit sehr schnell ab und behält dadurch ein angenehmes und trockenes Schlafklima. Der Vorteil von Evoporematratzen zu Latex- und Kaltschaummatratzen ist das relativ geringe Gewicht trotz gleicher Formstabilität und Haltbarkeit.

Evoporematratzen weisen alle wichtigen Zertifikate auf, die eine Qualitätsmatratze haben sollte. Der Rohstoffeinsatz ist im Vergleich zu gleichwertigen Kaltschaummatratzen niedriger.

Auch bei Evoporematratzen ist eine anpassungsfähige Unterkonstruktion (in der Regel ein Lattenrost) sehr zu empfehlen. Ebenso wie Kaltschaum- und Latexmatratzen besitzen Evoporematratzen eine hohe Punktelastizität und können nur mit einem entsprechenden Lattenrost den optimalen Schlafkomfort bieten.

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Gelmatratzen

Gelmatratzen ermöglichen in einer hochwertigen Qualität eine sehr gute Druckentlastung für den Schläfer. Sie kennzeichnen sich in der Regel durch eine spezielle oberflächliche Weichheit aus. Wichtig für die Qualität und Haltbarkeit einer Gelmatratze ist das verwendete Kombinationsmaterial aus den bereits erwähnten Materialien.

Luftgefederte Matratzen

Luftgefederte Matratzen bestehen aus einem Luftkern, der in mehrere Kammern eingeteilt ist und einer Komfortauflage in unterschiedlichen Materialien. Das Besondere an luftgefederten Matratzen ist die Vereinbarkeit aller Festigkeiten in einer Matratze. Durch eine Pumpe kann der Schläfer den Härtegrad von weich bis sehr fest einstellen und jederzeit wieder verändern.  Die Komfortauflage sollte eine Höhe von minimum 5 cm haben und aus einem hochwertigen Kaltschaum oder Latex sein. Der Lattenrost spielt eine untergeordnete Rolle, da die Luftkammer in der Matratze die Anpassung an den Körper reguliert. Wahlweise kann ein besonders unterstützender Lordosebereich eingesetzt werden. Mehr lesen...

Das Modell ist unter anderem für Schläfer geeignet, die sich nicht auf einen Härtegrad festlegen wollen. Auch für besonders druckempfindliche Menschen ist dieses Modell empfehlenswert bzw. für Menschen, die z.B. nach einer Hüft- oder Beckenoperation sehr schmerzempfindlich sind und gezielt über die Luftpumpe die Festigkeit stufenlos verändern können.

Luftgefederte Matratzen und der Schlafkomfort

Durch eine möglichst hohe und hochwertige Komfortauflage kann eine luftgefederte Matratze sehr stützend sein, aber gleichzeitig nicht zu hart. Die Schulter kann gut einsinken aufgrund des Luftkammersystems, dass die Luft bei Belastung in andere Kammern verdrängt.

Die luftgefederten Matratzen werden auch empfohlen vom IGR (Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/innen e.V.) .Sie zeichnen sich durch besonders rückenschonende Eigenschaften aus.

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Wasserbetten

Wasserbetten bestehen aus mehreren Elementen, die im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander aufbauen. Von unten nach oben beginnt man mit dem Sockel, in den meisten Fällen sind das 4 Blenden mit Stützkreuzen, die das Gewicht tragen. Darauf wird eine Bodenplatte gelegt. Es folgen je nach Hersteller in unterschiedlicher Reihenfolge die Heizung(en), der Schaumrahmen, das Bezugsunterteil und die Sicherheitswanne. In die Sicherheitswanne werden die Wassermatratze(n) gelegt und mit einem Trennelement in der Mitte versehen. Nun werden die Wassermatratzen mit Wasser befüllt. Am Schluß wird das Bezugsoberteil befestigt und das Spannbetttuch überzogen. Keins von diesen Elementen können Sie bei einer fachgerechten Montage eines Wasserbetts auslassen. In den folgenden Wochen sollten die Wassermatratzen je nach Beruhigungsstufe 1-4 mal entlüftet werden. Die Heizungstemperatur stellt man auf das eigene Wärmeempfinden ein, durchschnittlich liegt die Temperatur zwischen 26–29 °C. Die gängigen Wasserbettenheizungen haben eine Spanne von 25–35 °C. Mehr lesen...

Je nach Produkt sollte man 1-2 mal jährlich ein Pflegemittel in die Wassermatratzen einfüllen, um Bakterien vorzubeugen. Von außen sollte man die Wassermatratzen alle 3-4 Monate mit einem Spezialreiniger abwischen, um den Staub bzw. Hautschuppen zu entfernen, die anders als bei anderen Materialien nicht in die Matratze einsickern.

Wasserbetten bzw. Wassermatratzen eignen sich für Schläfer, die gerne weich liegen. Die unterschiedlichen Beruhigungsstufen beeinflussen die Wellenbewegung in der Matratze, nicht den Härtegrad. Wasserbetten können auch nicht über die Füllmenge weicher oder härter gemacht werden. Es gibt eine optimale Füllmenge, die sich an Ihrem Körpergewicht orientiert. Die Qualität von Wasserbetten definiert sich durch die Dicke des Materials und die Verarbeitung der Ecken, sowie die Verwendung von unbedenklichen Weichmachern.

Die Frage, ob ein Wasserbett für Sie geeignet ist, kann nur im Rahmen einer ausführlichen Beratung herausgefunden werden. Da das Liegen und Schlafen auf Wasser deutlich von anderen Schlafsystemen abweicht, sollten der Berater und die Kunden genau auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und immer einen Vergleich mit einem alternativen Schlafsystem durchführen.

Es gibt für Fachberater eindeutige Kriterien, die erkennen lassen, ob ein Kunde für ein Wasserbett geeignet ist oder nicht.

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